Hildegard Knef war Sünderin und Sängerin, Hollywood- undBroadwaystar,
liebte einen Nazi und heiratete einen Juden, kämpfte in den Ruinen
Berlins um ihr Leben und residierte an der Park Avenue. Vom deutschen
Publikum verehrt und verachtet, wurde ihre Autobiografie “Der geschenkte
Gaul??? das erfolgreichste Buch der Nachkriegszeit. Ihre Konzerte sind
Legende. Hildegard Knef ist eine deutsche Ikone.
Der Kulturjournalist Malik protokolliert mit Hilfe eines Diktiergerätes
sein Leben in der Zehn-Millionen-Metropole Atopos. Dort bedient er als
Prostituierter die sexuellen Wünsche seiner extravaganten Kundinnen und
versenkt sich in die Liebesliteratur und -philosophie der letzten zwei
Jahrtausende. Maliks Tapes zeichnen das Portrait eines modernen Städters
und Bohemiens, der zerrissen von Ängsten und unfertigen Reflexionen zu
keiner echten Liebe fähig ist. Doch auch er hat seine großen Momente,
etwa die illusionslosen Studien seines Milieus, seine einzigartigen
Naturbeobachtungen, die feinsinnigen Portraits seiner weiblichen Freier
und die raffinierte Psychologie der männlichen Prostitution.
Ein Tourguide für die Fantasie: Die vom schwarzen Kontinent hörbar
begeisterte Sabine Kämper stellt Namibia, Äthiopien, und hier nun
Südafrika in Hörreisen vor, die mit langen Radiobeiträgen vergleichbar
sind - Features mit O-Tönen von Fremdenführern und Einheimischen sowie
passender afrikanischer Musik. Die Südafrika-CD beschreibt den Blick vom
Tafelberg, lässt uns im Geiste durch Kapstadt schlendern,
Seefahrergeschichten entdecken, Wale beobachten und auf Safari gehen.
Den Löwenanteil der Erzählung hält Douglas Welbat, der angenehm ruhig,
kräftig bassig und doch warm über Südafrika schwelgt, vor allem aber dem
Hörer genug Zeit lässt, das Beschriebene in Bilder zu verwandeln.
Gesamtwertung: sehr gut (hörBücher Das unabhängige Hörbuch-Magazin
4/2010)
Die “Titanic??? – dieses Luxusschiff überstieg alle Maßstäbe technischen
Fortschritts und galt als unsinkbar – bis sie am 15. April 1912, bereits
auf ihrer Jungfernfahrt, nach der Kollision mit einem Eisberg in den
Fluten verschwand und 1500 Menschen mit in den Tod riss. Nur vier Tage
nach dem dramatischen Unglück begann im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel
die Anhörung, um die Ursachen des Untergangs zu ergründen. Die
Verhandlung brachte Manövrierfehler des Kapitäns angesichts des
Eisbergs, aber auch Nachlässigkeiten der Reederei ans Licht. So gab es
viel zu wenige Rettungsboote und es hatte nie eine Seenotübung der
Besatzung stattgefunden. Dieses dokumentarische Hörspiel von Rainer
Lewandowski basiert auf den authentischen Zeugenaussagen der
Überlebenden.
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